Es ist bekannt, dass das Internet nicht nur positive Eigenschaften hat, sondern auch über einige Schattenseiten verfügt. Für Bewerber ist das Internet eine ideale Plattform, um sich über mögliche Arbeitsangebote, Unternehmen und Jobprofile zu informieren. Allerdings nutzen nicht nur Bewerber das Internet, sondern zunehmend auch die Personalverantwortlichen, die sich so über einen Bewerber ein klareres Bild machen wollen. Einer Studie des BDU zufolge (Bundesverband Deutscher Unternehmensberater) in Kooperation mit dem Magazin Wirtschaftswoche aus dem Jahr 2006, bei der 300 Personalprofis befragt wurden, nutzen bereits 28 % dieser Personaler das Internet, um mehr über ihre Bewerber zu erfahren. 26 % haben sogar mindestens schon einmal anhand der Recherche Kandidaten im Bewerbungsprozess nicht weiter berücksichtigt.
Eine solche Recherche könnte folgendermaßen aussehen: Bei Suchmaschinen wie Google oder Yahoo wird der Name des Bewerbers eingegeben. Es kann dort auch nach deren persönlichen Nicknames gesucht werden, die manchmal identisch mit dem Benutzernamen der E-Mail-Adresse sind . Die sollte ja meist auf der Bewerbung vermerkt sein. Diese Nicknames können dem Personaler dann z.B. bei Ebay zeigen, was der Bewerber in den letzten Monaten ge- oder verkauft hat. In vielen Foren wird der Name auch verwendet und unter ihm werden dann Nachrichten, Meinungen oder private Ansichten gepostet. So könnte der Personalverantwortliche also erfahren, dass der Bewerber viel Zeit mit dem Spielen von Egoshootern verbringt und unter Rheuma leidet. Weitere Informationen können über Social Network Seiten wie das StudiVZ oder MySpace eingeholt werden, bei denen sich jeder ein eigenes Profil anlegen und es selbst gestalten kann. Videos vom letzten Mallorca-Urlaub oder Bilder von der letzten Flatrateparty können so schnell auf dem Bildschirm des Arbeitgebers landen. Auch die Freunde, also das soziale Umfeld des Bewerbers, und Interessen können abgefragt werden. Mit Hilfe von Google Earth lässt sich auch schnell herausfinden, in was für einer Wohngegend der Bewerber wohnt oder aus was für einem Elternhaus er gebürtig kommt. Das sind nur die einfachsten Mittel, mit denen sich jeder über eine andere Person schlau machen kann, ohne große Recherche- oder Technikkenntnisse zu haben.
Was also kann ein Bewerber unternehmen, um von sich selbst ein möglichst positives Bild im Internet zu suggerieren? Als erstes sollte er eine Recherche starten, um zu erfahren, was über die eigene Person im Internet zu finden ist. Diese Bestandsaufnahme hilft, unangenehme Daten anschließend gegebenenfalls selber zu löschen oder die Urheber, die Informationen im Internet veröffentlicht haben aufzufordern, gewisse Inhalte zu löschen. Oftmals ist das aber nicht möglich. Die oberste Regel im sicheren Umgang mit dem Internet ist, dass nicht zu viele persönliche Informationen preisgegeben werden sollten. Allgemein ist es ratsam, nicht den eigenen Namen zu benutzen sondern mit Nicknames zu arbeiten. Auch die E-Mail-Adresse, mit der sich sich oft bei Diensten angemeldet wird, sollte nicht den Vor- und Zunamen enthalten, sondern neutraler gestaltet sein. Peinliche Partybilder auf Social Network Seiten können meist gelöscht werden oder man löscht einfach die Verlinkung zu pikanten Photos. Seriöses Auftreten ist gefragt, wenn man sich gerade in einem Bewerbungsprozess befindet.
Das Internet vergisst nichts. Auch gelöschte Daten bleiben irgendwo im Cyberspace, und wer genau sucht, der findet auch meist etwas. Zurückhaltung mit persönlichen Daten ist also erforderlich, um beim Bewerbungsgespräch nicht mit bösen Überraschungen konfrontiert zu werden.

